Zahlenblog:

BIP-Wachstum krebst bei +0,4% und +0,1% - Beschäftigung rückläufig!

23.10.2014 - Das ist nicht die Prognose für den "gerade erkennbaren Abschwung".
Das sind die Fakten für die Jahre 2012 (BIP +0,4%) und 2013 (BIP +0,1%).
(Quelle destatis.de s.u.) In einer Sinfonie wohlklingender Meldungen über Ifo-Index, Konsumlaune, optimistische (und längst revidierte) Prognosen und Eigenlob der Regierenden waren und sind die Fakten kaum noch zu hören; der Glaube an den Aufschwung regierte die Medienlandschaft.

Gestützt wurde diese Sicht durch zahllose Berichte aus Ministerien, Behörden und Regierung über immer neue Rekorde bei der Zahl der Beschäftigten. Seit vier Wochen ist jetzt amtlich: Auch die Zahl der geleisteten Arbeitsstunden ist 2012 und 2013 um jeweils 0,3 % zurückgegangen.
(Quelle destatis.de s.u.)

Auf die trübe Lage deutete bereits die fast gleich bleibende Zahl der Arbeitslosen (rund 3 Millionen) und der erwerbsfähigen Leistungsbezieher (rund 5 Millionen “Arbeitslosengeld-EmpfängerInnen” nach SGB II und SGB III ) hin. Fakten, denen die Aufschwungseuphoriker wenig Bedeutung zumaßen.

Noch ein Fakt zum Schluss: Seit dem Jahr 2008 (das letzte vor dem Abschwung durch die Finanzkrise) ist das BIP insgesamt nur um 2,2 % gewachsen. Das hätte man früher Stagnation genannt, genauso wie die letzten beiden Jahre. Wer die jetzt deutlicher werdenden schlechten Werte der angeblich negativen Wirkung “sozialer Wohltaten” zuschreiben will, muss den seit Jahren anhaltenden negativen Wirtschaftsprozess ignorieren.

Danke für Ihre Aufmerksamkeit
Gerd Bosbach und Jens Jürgen Korff
Köln, Herford 14.10.2014

Quellen:

Destatis zum BIP (letzte Zeile)

Arbeitsstunden: VGR 2013, Fachserie 18, Reihe 1.4 vom 15.9.2014 (S. 57)