Zahlenblog:

Die übersehenen Schattenseiten des Arbeitsmarktes: Zur Pressemitteilung der Bundesagentur für Arbeit

08.01.2014 - Der gestrige überwiegend positive Blick der Bundesagentur für Arbeit (BA) - "Stabiler Arbeitsmarkt trotz schwachem Wirtschaftswachstum", "Am Jahresende saisonbereinigter Rückgang der Arbeitslosigkeit", PM Nr. 1 und 2 - überdeckt mal wieder die harten Realitäten:

Dezember 2013:
Gemeldete Arbeitsstellen: 414.000
Gemeldete Arbeitslose : 2.873.000
Gemeldete Arbeitssuchende: 5.092.000
Also mehr als 12 Arbeitssuchende pro gemeldete Stelle.

Auch wenn klar ist, dass nicht jede offene Stelle bei der BA gemeldet wird und nicht jeder Arbeitssuchende auch arbeitslos ist, zeigt sich hier das Hauptproblem des Arbeitsmarktes überdeutlich: Es fehlen viele Arbeitsplätze!
Diese Fakten werden auch durch das ständige Gerede vom Fachkräftemangel nicht verändert, höchstens verdeckt.

Auch die Entwicklung gegenüber Dezember 2012 ist nicht rosig:
Gemeldete Arbeitsstellen: – 6.000
Gemeldete Arbeitslose : + 33.000
Gemeldete Arbeitssuchende: + 40.000

Der sogenannte Aufbau der Erwerbstätigkeit auf jetzt 42,28 Mio. Erwerbstätige wird sich spätestens dann als Luftnummer erweisen, wenn die Statistik der geleisteten Arbeitsstunden vorliegt. Umwandlung von Voll- in Teilzeitstellen schafft zwar Stellen, bedeutet aber kein mehr an entlohnter Beschäftigung. Für 2012 stellte das Statistische Bundesamt im November 2013 fest: “Während 1991 die Deutschen im Schnitt 1550 Stunden im Jahr arbeiteten, waren es 2012 nur noch 1400 Stunden.” Was das für die Gesamtstunden-Statistik bedeutet, werden wir bald sehen.

Danke für Ihre Aufmerksamkeit
Gerd Bosbach
Köln, 8.1.2014