Zahlenblog:

Heiße Luft bei der "Rentenerhöhung"

11.05.2012 - Wer die Preissteigerungen ignoriert, führt die Öffentlichkeit in die Irre.
„Ministerin hat gute Nachrichten für die Rentner“, hieß es: 2,26 % mehr Rente im Osten und 2,18 % mehr im Westen ab Juli 2012. Doch mit der „guten Nachricht“ ist es nicht weit her: Die nominale Rentenerhöhung gleicht gerade einmal die Preissteigerungsrate von zurzeit 2,1 % aus.

Von Teilhabe der Rentnerinnen und Rentner am wachsenden, realen (preisbereinigten) Wohlstand der Gesellschaft also keine Spur. Das soll eine gute Nachricht sein?

Kurz und treffend titelte eine Nachrichtenagentur deshalb: „Rentenanhebung unter Preissteigerung“. (Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung betrug die Inflation 2,3 %.)
Dort wo es inhaltlich drauf ankommt, beim Wachstum des Bruttoinlandsprodukts zum Beispiel, kommt niemand auf die Idee, dies in nominalen Werten anzugeben. Da ist es selbstverständlich, dass man die realen Werte angibt (2011: Nominal + 3,8 %, real + 3,0; vorläufige Werte). Arbeitnehmer und Rentner dagegen speist man gerne mit nominalen Werten ab.

Seit 2003 sind die Renten nominal um 6,1% gestiegen, die Verbraucherpreise aber um 15,3 %. Real ergibt sich damit für die Rentnerinnen und Rentner ein Minus von mehr als 9 %. Das ist in der Öffentlichkeit wenig bekannt, da fast immer nur die Regierungsmeldungen über Nullrunden oder nominale Steigerungen verbreitet werden.