Zahlenblog:

"Spiegel" malt Untergang der deutschen Solarindustrie an die Wand

30.10.2011 - Unserem Leser Jan Völkers fiel auf, wie der "Spiegel" in seiner Ausgabe vom 5. September 2011 einen angeblichen "Untergang" der deutschen Photovoltaik-Industrie an die Wand gemalt hat, verursacht vom "Aufgang" der chinesischen Konkurrenz. Dabei wurde kräftig manipuliert.

Der “Spiegel” zeigte unter der Überschrift “Aufgang” in zwei nebeneinander stehenden Kuchendiagrammen, wie der chinesische Anteil am Weltmarkt 2004-2011 von 7 auf 45 % anwuchs. Darunter unter der Überschrift “Untergang” wieder zwei Kuchendiagramme: Der deutsche Anteil am Weltmarkt ging 2004-2011 von 69 (!) auf 21 % zurück.

Nicht grafisch dargestellt, sondern nur in Zahlen: die Größenentwicklung des Weltmarkts für Photovoltaik. Der wuchs 2004-2011 von 1,7 auf 36,3 Mrd $; also um das 21-Fache. In absoluten Zahlen versechsfachte sich demnach der deutsche Photovoltaik-Export (von rd. 1,17 auf 7,62 Mrd $). So schön kann ein Untergang sein!

Also ein neues Spiel mit der alten Frage: “Prozent von was?” 2004 war der Weltmarkt für Photovoltaik noch sehr klein und wurde hauptsächlich von deutschen Firmen bedient. Inzwischen ist er beachtlich, und an die Stelle des deutschen Fast-Monopols ist eine Vielzahl von Anbietern getreten, darunter auch China als neuer Marktführer. Der relative Anteil Deutschlands ist also zurückgegangen, was eine unvermeidliche Entwicklung ist, wenn ein zuvor von Deutschland dominierter Markt sich globalisiert. Auch das Klima profitiert von dieser Entwicklung, denn Solarstrom ist dadurch billiger geworden.