Zahlenblog:

Und immer wieder Prozent statt Prozentpunkten

08.10.2011 - Neulich vernahm ich in einer Radiosendung, die sich kritisch mit bestimmten Sachverhalten beschäftigte, dass bei einer Wahl eine Partei von 50% auf 40%, folglich um 10% gesunken sei. Ich meckerte beim Sender und bekam als Antwort: "Das sind doch nur Kleinigkeiten."

Meine Bemerkung, dass die letzte MwSt-Erhöhung von 16 auf 19% nicht 3%, sondern 18,75% betragen hat, wurde vergleichbar abgetan. Das war in einer geplanten und somit gut vorbereiteten Sendung und nicht in einem überraschenden Interview auf der Straße geplappert. Auf meinen Hinweis, dass gute Journalisten genau arbeiten sollten, habe ich keine Antwort mehr erhalten.

Mit freundlichen Grüßen
Dieter Leimbach

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Hallo Herr Leimbach,
danke für die Beispiele. Sie belegen einmal mehr unsere These (S. 92f), dass viele Journalisten einfach nicht begreifen, dass Prozent ein Größenverhältnis ist und keine Maßeinheit. Wegen dieses grundsätzlichen Unterschiedes ist es so wichtig, zwischen Prozent und Prozentpunkten genau zu unterscheiden. Richtig wäre gewesen zu sagen, dass die Partei 10 Prozentpunkte verloren hat und die Mehrwertsteuer um 3 Prozentpunkte angehoben wurde.

Mit freundlichen Grüßen
Jens J. Korff