Zahlenblog:

Woran sich Wohlstand wirklich messen lässt

09.10.2012 - Hans Diefenbacher und Roland Zieschank untersuchten 2011 in einem 109 Seiten starken Büchlein "Alternativen zum Bruttoinlandsprodukt". Jens Jürgen Korff rezensierte das Werk in der Süddeutschen Zeitung vom 5.9.2011.

Bruttoinlandsprodukt – dieses Wort klingt so, als würde der jährlich erzielte Fleischfasernzuwachs eines Hähnchenmastbetriebs gemessen. Und in der Tat funktioniert es auch ganz ähnlich. Stellen Sie sich zum Beispiel vor, Sie haben ein Atomkraftwerk gebaut. Das hat natürlich das Bruttoinlandsprodukt (BIP) gesteigert.
Den dort produzierten Strom verkaufen Sie. Das steigert das BIP zum zweiten Mal, jedes Jahr. Wenn nur nicht dieser blöde Atommüll übrig bliebe. Doch BIP-technisch gesehen ist er kein Problem: Sie stecken den Atommüll in irgendein vorübergehend sicheres Bergwerk, und schon steigt das BIP zum dritten Mal. Wenn Sie das leckende Lager später mit großem Aufwand sanieren müssen, wenn gar Leute verstrahlt wurden und geheilt werden müssen – prima! Das BIP steigt zum vierten und fünften Mal. Und jedesmal finden sich Schreiber, Weise und Macher, die behaupten, alle diese Vorgänge hätten unseren Wohlstand gemehrt.
Gibt es sinnvolle Alternativen zu dieser Messmethode des Wirtschaftswachstums?

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