Die Dummen und die Bösen

In diesem Kapitel versuchen wir, den Motiven der Statistiktäuscher auf den Grund zu gehen. Ein deutsches Sprichwort behauptet: Der Ehrliche ist (immer) der Dumme. Fernsehmoderator Ulrich Wickert griff es 1994 als Titel für eines seiner moralisierenden Bücher auf. So gesehen sind die Dummen die Opfer und die Bösen die Täter. Dieses Weltbild erscheint uns jedoch zu einfach. Schon im Kapitel »Yang ohne Yin« haben wir erwähnt, dass fast alle Menschen in bestimmten Situationen zur Schönfärberei neigen. Es geht uns hier um »Dumme«, die durchaus selbst Täter sind und keineswegs so unschuldig, wie sie sich selbst gerne sehen; und zuweilen geht es uns auch um »Böse«, die uneigennützige, in unserem Sinne eigentlich gute Ziele verfolgen, dabei aber zu kritikwürdigen Mitteln greifen. Die meisten »Bösen« aber, deren Sagen und Tun wir hier untersuchen, haben nach unserer Einschätzung hauptsächlich ihren Wunsch nach Reichtum, Ruhm und Macht im Auge (siehe die Kapitel »Die konstruierte Explosion«, »Stiftung Warentest im Renditerausch« und »Die bösen Armen«), während die »Dummen« meist zu faul, zu bequem oder auch zu obrigkeitshörig sind, um das, was sie nachplappern, zuvor kritisch zu überprüfen…

In drei politischen Komplexen – Gesundheitskosten, Rentenversicherungen, Hartz IV – untersuchen wir die Hintergründe der dort üblichen Täuschungen.
An 15 weiteren Beispielen aus der Praxis gehen wir der Frage nach, ob Dummheit oder Bosheit die Regie führt.
Im Exkurs diskutieren ein König, ein Hofgelehrter, eine Psychologin, Leonardo da Vinci, Johannes Kepler, Pythagoras, René Descartes, Gottfried Wilhelm Leibniz, Sonja aus dem Internet, Ernst Mayr, Karl Popper, ein Hähnchenmäster, Thilo Sarrazin, B. Traven, zwei Indianer und andere über den Kult der Zahl und ihre Rolle in unserem philosophischen Denken.

  1. Die konstruierte Explosion – Gesundheitskosten im Vergleich
  2. Stiftung Warentest im Renditerausch – Private Rentenversicherungen
  3. Die bösen Armen – Der Angriff auf Hartz-IV-Empfänger
  4. Exkurs: Gespräche über den Kult der Zahl
  5. Die Dummen und die Bösen – Fünfzehn Beispiele aus der Praxis