Zahlenblog:

Gasherde gesundheitsschädlicher als Diesel? Gelogen!

07.08.2018 - 

Der Karlsruher Maschinenbau-Professor Thomas Koch hat eine Zahl in die Welt gesetzt: Gasherd 4000 Mikrogramm Stickoxide pro m³ Luft, Dieselmotoren 40 Mikrogramm. Der konservative Spiegel-Kolumnist Jan Fleischhauer stößt ins gleiche Horn: Diesel können gar nicht gesundheitsschädlich sein, denn Gasherde sind viel schlimmer. taz-Redakteur Malte Kreutzfeldt hat dankenswerterweise recherchiert, was an dem Ablenkungsmanöver dran ist.

Sein Ergebnis in Kürze:

Die 4000 µg waren der absolute Spitzenwert, den Forscher mit einem Gasherd hinkriegen konnten: Alle vier Flammen zwei Stunden lang brennen lassen in einem unbelüfteten Raum, eine Zeitlang direkt vor dem Herd messen und dann den höchsten Wert nehmen, der kurzzeitig gemessen wurde.

Koch hat diesen Wert nicht verglichen mit der Stickoxide-Konzentration in einer geschlossenen Garage, in der ein Diesel zwei Stunden lang auf Hochtouren gedieselt hat. Sondern mit einem Grenzwert für offene, gut durchlüftete Straßen, der im Jahresmittel nicht überschritten werden darf.

Nach einer anderen Studie steigt die mittlere Stickoxide-Konzentration in einer Wohnung, in der regelmäßig mit Gas gekocht wird, nur um 5 µg/m³.

Der Artikel in der taz vom 7.8.2018

Umweltmedizinerin Barbara Hoffmann auf WDR.de 21.2.2018 über Gesundheitsgefahren durch Stickoxide