Zahlenblog:

Trotz Wirtschaftswachstum von 2,2% stieg 2017 bundesweit die Armut

15.09.2018 - 

Die bundesweiten Daten des Mikrozensus zur Armut in Deutschland sind seit September 2018 für alle zugänglich. Bereits Ende August 2018 hatten die statistischen Ämter einige regionale neue Armutszahlen veröffentlicht. Bundesweite Bilanz:
Die Armutsgefährdungsquote ist 2017 auf 15,8 Prozent gegenüber 2016 (15,7%) geringfügig gestiegen. Trotz des starken wirtschaftlichen Aufschwungs (BIP + 2,2%) geht die Armut nicht zurück!

Neben dieser an sich schon erschreckenden Botschaft schocken weitere Detaildaten:

  • Die Armutsgefährdungsquote der Erwerbslosen liegt bei 57,2%,
  • bei den Alleinerziehenden sind es 42,8%,
  • bei den Menschen ohne deutsche Staatsangehörigkeit 36,2%.

Bei Rentnern und Pensionären ist die Armutsgefährdung fast explodiert:
2005: 10,7 % 2010: 12,6 % 2015: 15,9 % und 2017 16,0%.
Das sind 50 Prozent mehr als 2005 und ist inzwischen höher als die allgemeine Armutsquote. Diese Tendenz der letzten 12 Jahre lässt für die Zukunft Böses erahnen, wenn nicht endlich energisch gegengesteuert wird.
Freundliche Grüße
Gerd Bosbach, Jens-Jürgen Korff
Köln, Herford 6. September 2018

Weitere Informationen, z.B. über die Definition und Nutznießer von Armut, können Sie unserem Buch „Die Zahlentrickser“ aus dem Kapitel 3, „Nebelkerzen gegen Arme“ entnehmen.
Der Mikrozensus ist mit einer Stichprobe von etwa 400.000 Haushalten und seiner Auskunftspflicht die aussagekräftigste Statistik in Deutschland und deshalb anderen Quellen zur Armutserfassung vorzuziehen.
Daten dazu

Aufgrund unserer Rundmail berichtete Radio Dreyeckland